Hydrauliksysteme nutzen die Kraft von Flüssigkeiten, um einen mechanischen Vorteil zu schaffen und Arbeit zu verrichten. Ihre Leistung hängt stark von der Sauberkeit der Hydraulikflüssigkeit und dem Zustand der Komponenten ab, die durch kleinste Verunreinigungen abgenutzt sein können. Wenn Sie verstehen, wie Verunreinigungen in Ihr Hydrauliksystem gelangen, können Sie deren Auswirkungen besser kontrollieren.
So gelangen Verunreinigungen in Ihr Hydrauliksystem
Komplexe Aspekte wie Chemikalien, Wasser, Luft, Hitze, Bakterien und Lacke stellen zusätzliche Herausforderungen zu den harten und weichen Partikeln dar, an die wir oft denken, wenn wir über Verunreinigungen sprechen. Hydrauliksysteme können bereits ab dem Zeitpunkt der Herstellung Partikel enthalten, wobei während der gesamten Lebensdauer der Maschine weitere Partikel hinzukommen, eindringen und entstehen. Hydraulikschläuche sind zwar wesentliche Systemkomponenten, doch sie können auch eine große Quelle für Schmutz und Ablagerungen sein, insbesondere während der Montage und Installation.
Warum Schläuche zur Verunreinigung beitragen
Hydraulikschläuche sind in ihrer Konstruktion unterschiedlich, bestehen aber häufig aus Schichten aus flexiblem Stahl oder Edelstahl, synthetischem Gummi, Fluorpolymeren und Thermoplasten.
Während der Montage und Installation können durch sie folgende Elemente eindringen:
- Metallpartikel von Drahtbewehrungen oder Schneidklingen
- Polymerstaub oder Gummistaub
- Sichtbare Rückstände, die Hunderte von Mikrometern groß sein können
- Umweltverunreinigungen
Zur Orientierung:
- Unterhalb von etwa 40 Mikrometern ist nichts mehr sichtbar.
- Ein rotes Blutkörperchen ist etwa 8 Mikrometer groß.
- Selbst noch kleinere Verunreinigungen können zum Verschleiß des Hydrauliksystems beitragen.
Wie groß ist ein Mikrometer?
- Kochsalzkorn 100 µm
- Menschliches Haar 80 µm
- Untere Grenze der Sichtbarkeit 40 µm
- Weißes Blutkörperchen 25 µm
- Talkumpuder 10 µm
- Rotes Blutkörperchen 8 µm
- Bakterien 2 µm
- Schluff <5 µm
Bewährte Praktiken beim Austausch von Hydraulikschläuchen
Das Austauschen von Schläuchen ist eine routinemäßige Wartungsaufgabe, bei der Sie zumindest das Risiko einer übermäßigen zusätzlichen Verschmutzung verringern können:
- Verwenden Sie eine Nassschneideklinge anstelle einer Trockenschneideklinge, um die Partikel in der Luft zu minimieren.
- Blasen Sie den Schlauch nach dem Schneiden mit Druckluft aus.
- Saugen Sie Partikel ab
Das Einspritzen eines Schaumreinigers durch den Schlauch mittels Druckluft ist eine der effizientesten Methoden, um einen Schlauch gründlich zu reinigen. Theoretisch können diese Systeme Ihre Schläuche bis zu einem Niveau gemäß ISO 4406 13/10 reinigen. Die Ergebnisse werden von vielen Variablen beeinflusst:
- Hatte das Schaumprojektil den richtigen Durchmesser für den Schlauch?
- War das Projektil trocken oder mit Lösungsmittel befeuchtet?
- Wie viele Schüsse Schaum wurden verwendet?
- Wurde dies vor dem Crimpen der Enden durchgeführt?
Es liegt auf der Hand, dass der Schlauch umso sauberer wird, je öfter der richtige Schaumreiniger durch den Schlauch geschossen wird.
Externe Verunreinigungen nicht übersehen
Überprüfen Sie vor dem Wiederanschließen eines Schlauchs die Anschlüsse. Diese sind Umweltschmutz und Verunreinigungen ausgesetzt, die während der Installation leicht in das System gelangen können. Sie sollten Folgendes unbedingt tun:
- Die Schlauchenden, Anschlüsse und Kupplungen gründlich reinigen
- Beim Auswechseln von Schläuchen nach Möglichkeit Arbeiten in staubigen oder nassen Umgebungen vermeiden
Erkennen, wann es Zeit ist, einen Schlauch auszutauschen
Alte Schläuche neigen eher dazu, Partikel zu bilden oder einfach zu versagen. Achten Sie auf:
- Schläuche, die knarren
- Flexible Schläuche, die nicht mehr flexibel sind
- Risse oder Rost
- Abnutzungsspuren, Abrieb- oder Schlagschäden
- Hydraulikschläuche sind mit dem Herstellungsdatum bedruckt; stellen Sie sicher, dass diese die empfohlene Lebensdauer nicht überschreiten.
Filtration: Ihre letzte Verteidigungslinie
Selbst bei bester Handhabung der Schläuche kann es zu Verunreinigungen kommen. Deshalb ist ein gut konzipiertes und gewartetes Hydraulikfiltersystem unerlässlich. Berücksichtigen Sie Folgendes:
- Fast 70 % aller Hydraulikausfälle sind auf verunreinigte Flüssigkeit zurückzuführen.
- Die Filtration schützt sowohl vor- als auch nachgelagerte Systemkomponenten.
- Jeder Hydraulikfilter hat eine bestimmte Aufgabe innerhalb des Systems.
Schützen Sie Ihre Investition
Die Verunreinigung von Hydraulikflüssigkeit ist eine ständige Bedrohung – aber eine, die Sie bewältigen können. Setzen Sie eine effektive Filtration ein und denken Sie bei der Wartung der Hydraulik vorausschauend und arbeiten Sie sauber. So können Sie einen reibungslosen Betrieb Ihrer Systeme gewährleisten und ungeplante Ausfallzeiten vermeiden.